Die Fäden der Baustelle in der Hand

Fertigstellung am 21.03.2018, Erfahrungsberichte, Bildung und Schule
von Redaktion baupause.de

Als Fachbauleiter für Bauprojekte der Lindner Group ist Besnik Luboeinski dafür zuständig, dass von der Koordination der Bauteams bis zur pünktlichen und erfolgreichen Abnahme des Gebäudes alles rundläuft . Er trägt also bereits als Berufseinsteiger viel Verantwortung – und das dank seines dualen Studiums .

Die Lindner Group mit Hauptsitz in Arnstorf ist führender Spezialist für die Gebäudehülle, den Komplettausbau und alle baurelevanten Dienstleistungen. Zusammen mit drei weiteren Projektleitern betreut Besnik Luboeinski in der Berliner Hauptniederlassung Mitte/Ost öffentliche und private Bauprojekte in Ostdeutschland. Direkt nach dem Abschluss seines dualen Studiums des Bauingenieurwesens mit Fokus auf Projektmanagement wurde er von Lindner fest übernommen und in diesem Bereich eingesetzt. Das war im Oktober 2016. „Ich arbeite sehr selbstständig und habe bereits viel Verantwortung – ohne das duale Studium und die dort gesammelte Praxiserfahrung hätte ich nicht in dieser Position einsteigen können“, betont er.

Die Hauptaufgabe des 25-Jährigen ist es, Bauprojekte termin- und qualitätsgerecht abzuwickeln. Doch erst einmal müssen diese an Land gezogen werden. „Während des Studiums war ich bereits in der Angebotsphase eingebunden. Sucht ein Bauherr beziehungsweise der planende Architekt ein passendes Unternehmen zur Umsetzung seines Vorhabens, fragt er bei mehreren Dienstleistern entsprechende Angebote an. Mit unseren Fachabteilungen bespreche ich den Katalog der gewünschten Leistungen und erstelle unsere Kalkulationen. Außerdem organisierte ich die Zusammenarbeit mit diversen Partnerunternehmen, die ebenfalls bei den meist sehr komplexen Bauprojekten beteiligt sind“, erklärt er die ersten Schritte.

Hüter des Zeitplans

Werden sich Bauherr und die Lindner Group einig, geht es in die Bauphase. Eines der beiden laufenden Projekte, die Besnik Luboeinski eigenständig betreut, ist der Neubau eines Laborgebäudes der Studienakademie Bautzen in Sachsen. „Etwa 40 Prozent meiner Arbeitszeit bin ich vor Ort auf der Baustelle. In Baubesprechungen gehe ich mit dem Architekten, unseren Facharbeitern und den beteiligten Fremdgewerken den Zeitplan und den aktuellen Stand durch. Zudem überprüfe ich die Qualität der Arbeiten. Treten Probleme auf, versuche ich, sie zu lösen“, erzählt er.

Einige Risiken lassen sich von vornherein minimieren: „Um zum Beispiel Wartezeiten zu vermeiden, achte ich in der Projektplanung darauf, dass es so wenige Schnittstellen wie möglich gibt. Denn wenn sich Leistung A verzögert und dadurch Leistung B nicht begonnen werden kann, bringt das den Zeitplan schnell durcheinander – und das kostet Geld.“ Damit sich Verzögerungen in Grenzen halten und er schnell auf Probleme reagieren kann, sind Organisations- und Kommunikationstalent gefragt – und nicht zuletzt praktisches und technisches Know-how, etwa über Abläufe auf der Baustelle oder die Produkte von Lindner.

Ingenieurwissenschaften mit dem gewissen Extra

Hier sind Besnik Luboeinskis Erfahrungen aus dem praxisintegrierten Bachelorstudium essenziell. Die eine Hälfte der drei Jahre verbrachte er bei Lindner im Innendienst und auf Baustellen, wo er die Baubranche und den Beruf von der Pike auf lernte, die andere Hälfte an der Dualen Hochschule Baden- Württemberg (DHBW) in Mosbach. Je dreimonatige Praxis- und Theoriephasen wechselten sich ab. „Das ist ein hartes Programm, denn so hat man pro Semester auch nur drei Monate Zeit, um für sechs bis sieben Fächer zu lernen und Klausuren zu schreiben. Für mich die beste Vorbereitung auf das Berufsleben. Und mit der Unterstützung der Kommilitonen ist das Studium auch gut zu meistern“, findet der 25-Jährige.

Das Studium „Bauingenieurwesen in der Studienrichtung Projektmanagement“ kombiniert ingenieur- und naturwissenschaftliches Fachwissen mit Kenntnissen zu Betriebswirtschaft, Recht und nicht zuletzt Projektmanagement. „In Fächern wie Statik, Konstruktion oder Baustoffkunde schulte ich mein Verständnis für die technische Seite des Berufs – das habe ich in der Praxis schnell einsetzen können. In Recht lernten wir zum Beispiel, welche Anforderungen bei öffentlichen Ausschreibungen erfüllt werden müssen, wie man bei Baumängeln vorgeht und was in der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistung steht, der Rechtsordnung für die Baubranche. Außerdem feilten wir an unseren Soft Skills. Denn gegenüber Kunden und auf der Baustelle ist es sehr wichtig, dass ich sicher auftrete und das Unternehmen überzeugend präsentieren kann – sonst würde ich in meinem Alter untergehen“, erklärt er.

In Praxisarbeiten übte sich der damalige Student im Projektmanagement: „Eine meiner Aufgaben war es etwa, für die unternehmenseigene Hotelgruppe „mk | hotels“ eine potenzielle Investition in den Ausbau einer weiteren Hotel-Immobilie zu planen. Ich suchte ein passendes Grundstück in Berlin, kalkulierte die Grobkosten und formulierte den Antrag für die Baugenehmigung, wobei ich auf eine ansprechende bauliche Gestaltung achtete“, schildert er. Besonders spannend war für Besnik Luboeinski, dass er kurz vor seinem Abschluss einen Lindner-Projektleiter tatkräftig beim Ausbau des Kulturpalasts in Dresden unterstützen durfte: „Einen Konzertsaal komplett umzubauen, ist wahnsinnig komplex und spannend“, ist er noch heute fasziniert von seinem Einsatz.

Im Job durchstarten

Selbst einmal Projektleiter für ein solch komplexes Bauvorhaben zu sein, ist für Besnik Luboeinski der größte Ansporn: „Ich möchte besser werden, Routine gewinnen und mein Arbeitsvolumen steigern“, sagt er. Ein Masterstudium kommt dabei für ihn nicht infrage: „Es ist ein unglaublich vielseitiger Beruf, der einem hohe Flexibilität und Leistungsbereitschaft, aber auch Geduld und Kritikfähigkeit abfordert – das lernt man meiner Meinung nach nur ‚on the job‘, nicht aus dem Lehrbuch.“

Quelle: dipolo Niederbayern 2018/19, www.dipolo.de

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