Bayern-Salzburg Connection

Fertigstellung am 01.03.2018, Land und Leute
von Ingrid Fuchshofer

„Age, des is jo praktisch eh des söbe!“ Wer glaubt, zwischen Bayern und Salzburg gäbe es keine Unterschiede, der irrt.

Der Liebe wegen verschlug es mich vom wunderschönen Salzburger Seengebiet nach Niederbayern und beruflich nach Arnstorf zu Lindner.

Anfangs unterschätzte ich die sprachliche Barriere, die mit der Zeit doch zu dem ein oder anderen Missverständnis bzw. fragenden Gesichtern führte. „Sei ned so lästig und feiglt wen ondan,“ ließ verwirrte Weißbier-Kollegen zurück, da einfach niemand in der Runde mürrisch zu sein schien. Beim Edeka das richtige Mehl für mein Kuchenprojekt zu finden, brachte mich dazu eine Kundin vor demselben Regal anzusprechen: „Wo find i denn a griffigs Möh?“ Das schien ebenso etwas zu viel des Guten für dieses sonst so hilfsbereite und freundliche Volk zu sein.

Ist ‚salzburgerisch‘ wirklich so anders? Traurig, meine schönen österreichischen Kennzeichen mit der rot-weiß-roten Patriotenborte abgeben zu müssen, war meine Frage bei der Zulassungsstelle „Brauch i a neichs Pickal?“ wohl zu exotisch formuliert. Da mischte sich vom Nebenschalter ein dicker Amtsgrantler ein und meinte: „Mädschen, bei uns in Deutschland heißt dat anders. Hier machste TÜV.“ War ich wirklich in Bayern gelandet? Mein verwunderter Gesichtsausdruck konnte nun locker mit dem der Dame vom Mehlregal mithalten.

Fazit: „Womma mia mit Händ und Fiaß redn, dadeitsch mas uns scho aus.“ Und freili a bissl Geduld und Erklärungswille gehört ebenso dazu. So fällt die Betonung meiner Worte, zur besonderen Freude meiner Kollegen und Freunde hier, schon ziemlich bayerisch aus. Wenngleich im Wortschatz meiner bayerischen Freunde immer öfter österreichische Begriffe auftauchen. Eins ist klar: Wir Salzburger und Bayern san ned g’schamig und schaffen daher spielend eine gemeinsame Connection in ‚bayerösisch‘. 

© Bild: www.flags.de

 

 

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